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Das Meer und viele Kilometer

Marie war entsetzt. „Da kann doch nichts Gutes dabei herauskommen!“ hat sie ins Telefon gerufen. Gleich zweimal hintereinander, als ob sie sowieso schon wüsste, dass ich nicht auf sie hören werde. Ihm zu schreiben sei keine gute Idee, hat sie dann gesagt. Auch zweimal, aber ohne Erfolg.

Natürlich hatte ich darüber nachgedacht und war zum Schluss gekommen, dass eigentlich nichts Gutes dabei herauskommen kann. Denn dass alles gesagt worden ist, was es zu sagen gibt, weiss ich doch. Und ich will ihn nicht mehr heiraten, ich will überhaupt nicht heiraten und wenn dann doch nicht ihn, inzwischen ist er ja noch älter, muss noch viel faltiger sein, die zarten, geplatzten Äderchen, die schon damals sein Gesicht rötlich schimmern liessen müssen sich vermehrt haben. Seine immer etwas geschwollenen Hände, wie sie wohl heute aussehen mögen, von weiteren Jahren gezeichnet?

Eigentlich will ich das alles ja nicht wissen und es gibt nichts mehr zu sagen, aber ich habe ihm wieder geschrieben. Er hat mir wieder geschrieben und ich ihm und ich wiege mich in Sicherheit, weil uns ein Meer und tausende Kilometer trennen, tue so als wüsste ich nicht, wie schnell diese Flugzeuge fliegen heutzutage.

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